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Nun komm der Heiden Heiland

Die Entwicklung der Bläsermusik im lutherischen Gottesdienst

Luther

Und ich urteile frei heraus, ohne mich dieser Behauptung zu schämen, dass es nach der Theologie keine Kunst gibt, die der Musik gleichgestellt werden könnte. Gewährt sie doch allein nach der Theologie, was sonst allein die Theologie schenkt: ein ruhiges und fröhliches Herz. Klarer Beweis dafür ist, dass der Teufel, der traurige Sorgen und unruhige Umtriebe hervorruft, auf die Stimme der Musik hin fast ebenso flieht, wie er auf das Wort der Theologie hin flieht.“ Martin Luther in einem Brief an den Komponisten Ludwig Senfl.

Luther erschafft in seinen Schriften eine Theologie der Musik, die nicht nur weiter geht als die anderer Kirchenreformer, sondern auch für die nachfolgenden Jahrhunderte den Protestantischen Musikern und Musiktheoretikern gleichermaßen ein Fundament bietet für eine theozentrische Philosophie der Musik. In seinen Augen ist die Musik eine Schöpfung Gottes und das Hören von organisierten Klängen bedeutet mit der Schöpfung, von der jedes Individuum ein Teil ist, im Einklang zu sein. Wenn das menschliche Ohr verschiedene musikalische Harmonien wahrnimmt, erkennt es unwillkürlich die Realität Gottes Werks. Das menschliche Verlangen, an der Ausübung von Musik Teil zu haben, ist deshalb nicht so sehr das Bedürfnis sich selbst zu verwirklichen, als eine Sehnsucht nach und eine Besinnung auf die Beziehung zum Schöpfer.

So gab Luther der Musik auch eine didaktische Rolle. Anstatt eine menschliche Erfindung zur Unterhaltung, Entspannung und Selbstverwirklichung zu sein, ist die Musik ein Geschenk Gottes, das göttliche Wahrheit sowohl denen vermitteln kann, die sie hören, als auch denen, die sie aufführen oder studieren. Deshalb war Musik ein wesentlicher Bestandteil des Curriculums der lutherischen Lateinschulen. Aber nicht nur Musik „und alle (andere) Mathematik“, sondern auch die linguistischen Fächer wurden als wichtig erachtet. Die neue lutherische Gewichtung des Wortes im Gottesdienst belebte die weitverbreitete „Wiederentdeckung“ der Rhetorik. Ihr kam eine besondere Aufgabe zu: der Prediger sollte die überzeugende Kunst der Rede zur Ermahnung und Erbauung seiner Gemeinde benutzen. Luther meinte, dass das Predigen auch durch Musik stattfinden kann, vor allem in Verbindung mit geistlichem Text. Ein Musikstück sollte also „eine Klangpredigt“ darstellen und den Worten mehr Nachdruck und Macht verleihen. Während ein gesprochener Text auf der intellektuellen Ebene verstanden werden kann, kann seiner Bedeutung durch Musik mehr Nachdruck verliehen und Gefühle besser transportiert werden.Text und die damit verbundenen Affekte durch Musik zu vermitteln wurde das Hauptanliegen aller Nachfolgenden lutherischen Musiker und Komponisten.

Luther gilt auch als der Erfinder des Psamlieds und so liegt der Fokus des Programms auf zwei seiner bekanntesten Psalmlieder „Aus tiefer Not schrei ich zu Dir“ und „Nun komm der Heiden Heyland“, von den es vielfältige Bearbeitungen von Komponisten aus verschiedenen Epochen gibt.

Mit dem zu Luthers Zeiten typischen Stadtpfeiferinstrumentarium von Zinken, Pommern, Posaune und Dulzian präsentiert I Fedeli ein Programm, das die Entwicklung der (Bläser-)Musik im lutherischen Gottesdienst beleuchtet.Von den Anfängen zu Zeiten Luthers und Senfls, die in enger Verbindung zueinander standen,über Josquin des Prez, Heinrich Isaac, Samuel Scheidt und Heinrich Schütz bis hin zum wohl berühmtesten Vertreter lutherischer Kirchenmusik: Johann Sebastian Bach.

Besetzung: 6-7 Instrumente
2 Zinken, Schalmei/Alt-/Tenorpommer, Posaune, Alt-/Tenor-/Bassdulziane (und Orgel).

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