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La Bomba

Messe und Salat

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Tausende Gründe konnten einen Musiker des 16. Jahrhundert dazu bringen, sich auf den Weg über den Ozean in die Neue Welt zu machen und nichts weiter als seine Familie und die wertvollsten Kompositionen seiner Sammlung mitzunehmen.

So treffen sich um 1598 der Portugiese Gaspar Fernandes and der Spanier Pedro Bermúdez in Guatemalas Kathedrale als Organist bzw. Kapellmeister. Neben seiner Tätigkeit als Organist war Fernandes damit beauftragt die Musik zu sammeln, zu sortieren und in Chorbücher zu kopieren, die die Kathedrale im Laufe der letzten hundert Jahre erworben hatte.

Die Missa de Bomba von Pedro Bermúdez war in einem der Bücher enthalten, das Fernandes 1602 kopierte. Dieses Buch ging jedoch verloren und das Stück überlebte nur Dank einer Kopie, die Manuel José de Quirós, Kapellmeister in der selben Kathedrale, 1760 anfertigte.

Die Form der musikalischen Parodie war eine übliche Technik der Renaissance und bedeutet, ein bestehendes Motiv in einem neuen Kontext zu verwenden und zu variieren. So bedient sich Bermúdez in seiner Missa de Bomba des Anfangsthemas der Ensalada La Bomba von Mateo Flecha el viejo (der Ältere). Die Ensalada (Salat) ist eine poetisch-musikalische Form, die verschiedene Rhythmen, Sprachen und Themen, obwohl diese meist religiöser Art sind, dennoch auf humoristische Weise vermischt.

Mateo Flecha el viejo wird, neben Pedro Villa, als der wichtigste Ensalada-Komponist des 16. Jahrhunderts angesehen. Sein „Salat“ La Bomba (Die Pumpe) erzählt die Geschichte eines Schiffsbruchs: bei verzweifeltem Rufen und Schreien hofft die Besatzung auf göttliche Rettung.
„Pumpt! Pumpt das Wasser heraus!“ rufen sie in der ersten Strophe, in der Hoffnung das Boot zu leeren.

Unser Programm beinhaltet sowohl den Ensalada La Bomba als auch die Messe La Bomba, zusammen mit anderen Werken von Komponisten, deren Musik in der Kathedrale von Guatemala gespielt worden ist, wie Gaspar Fernandes, Francisco Guerrero und Giovanni Pierluigi da Palestrina.

I Fedeli basiert sich in der Besetzung für dieses Programm auf die Überlieferungen zu den Musikern an den Kathedralen von Guatemala und Puebla, an denen Bermúdez und Fernandes tätig waren: vier männliche Gesangssolisten (La Venexiana unter Leitung von Claudio Cavina), vier Bläser (Zink, zwei Posaunen und Dulzian), Harfe und Orgel.

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